Ubuntuserver Teil III – Sambafreigaben
Montag, den 15. März 2010In diesem Beitrag soll es nun um die Freigaben als solche gehen. Was dabei zu beachten ist und wie man sie am leichtesten erstellt.
Am Anfang steht immer die Entscheidung: Wie soll die Authentifizierung ablaufen? Sollen alle Benutzer als Gast auf die Daten zugreifen, gibt es einen globalen, oder bekommt jeder seinen eigenen Benutzer.
Dazu folgende Entscheidungshilfen:
- Wie groß ist das Netzwerk (Anzahl der Rechner)?
- Gibt es vertrauliche Daten, die nur ein Teil der Benutzer sehen darf?
- Welches Betriebssystem ist bei den Nutzern installiert?
Als ich mir meinen Server aufgesetzt habe, stellte ich mir die gleichen Fragen. Grundsätzlich würde ich davon abraten, alles über einen Gast-Account zu regeln. Sollte vielleicht jemand mal zu Besuch kommen und seinen Rechner mitbringen (Soll in manchen Kreisen ja vorkommen), dann ist es ungünstig wenn derjenige gleich auf alle Daten zugriff hat. Ich bevorzuge dann eher einen Gast/Tausch-Ordner auf dem sich die betreffenden Austoben können.
Wenn man die zweite Frage mit Ja beantwortet, dann ist es klar, dass in diesem Fall getrennte Freigaben erforderlich sind und man damit auch mehrere Benutzerkonten benötigt. Die dritte Frage ist im Hinblick auf Windows Vista wichtig. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man sich nur dann auf dem Server verbinden kann, wenn das Passwort und der Benutzername dem auf dem Windows-PC entsprechen (Wer da andere Erfahrungen gemacht hat, gerne, immer her damit, auch wenn ich Vista aus meinem Netzwerk verbannt habe
).
Ich, für meinen Teil, bevorzuge ja die Mehrbenutzervariante. Das scheint auf dem ersten Blick viel Arbeit zu sein, aber einmal eingerichtet ist man sehr flexibel und die Mutter, oder Vater kann die Partyfotos nicht sehen
Freigaben mit SWAT einrichten/anlegen
So wollen wir denn zur Tat schreiten und die erste Freigabe anlegen. Dazu rufen wir das SWAT Interface auf und klckt auf Shares. Am Anfang sollte die Basic-View ausreichen.
Man überlegt sich nun einen Namen für die Freigabe, trägt sie in das Textfeld und klickt Create Share.
Nun eröffnen sich für uns viele Möglichkeiten und Einstellungen, die auf den ersten blick erschlagend wirken. Aber Schritt für Schritt:
comment:
Hier trägt man eine Notiz ein, was in dieser Freigabe zu finden ist (optional)
path
Dies ist der Systempfad zum Ordner, sollte klar sein.
invalid users
An dieser Stelle kann man explizit Benutzer ausschliessen. Ich bevorzuge Whitelisting, nicht Blacklisting.
valid users
Hier werden all jene Benutzer eingetragen, die Zugriff haben sollen. Dies geschieht durch eine Kommaseparierte Liste.
admin users
Hier werden all jene Benutzer eingetragen, die alle Dateizugriffe als root Ausführen. Das sollte im Normalfall nicht nötig oder gewünscht sein. Daher das Feld leer lassen.
Über read list und write list werden die Benutzer eingestellt, die jeweils Lese- bzw. Schreibrechte erhalten sollen (Diese müssen aber auch vom System schreibrechte auf den Ordner bekommen!!)
Je nach Anwendungsfall kann man auf ein Verzeichnis auch nur Lesezugriff gestatten, in dem man die Eigenschaft read only auf Yes setzt. Die nächste Eigenschaft guest ok gestattet es Benutzern, sich ohne Passwort anzumelden. Sie bekommen dann all die Rechte, die ein Gast bekommt.
hosts allow und hosts deny dürfte die wenigsten interresieren. Hiermit kann man ganze IP-Bereiche Ausschliessen oder Zulassen.
Die Browse Options sind wiederum interessant für den Heimgebrauch. Bei Windows kann man sich, mit Eingabe von \\ipAdresse alle Freigaben eines Hosts anzeigen lassen. Die Eigenschaft browseable regelt dabei, ob die Freigabe an einer solchen Stelle angezeigt wird, oder nicht. access based share enum regelt wiederum, ob Angemeldete Benutzer die Freigabe in dieser Ansicht zu Gesicht bekommen.
Das Attribut available ist eher uninteressant, da man hiermit angibt, ob die Freigabe verfügbar ist oder nicht. Auch die letzte Einstellungsmöglichkeit ist eher uninteressant, es dreht sich hierbei um die Möglichkeit Dateisystemerweiterungen einzubinden (auch andere Erweiterungen sind Möglich, ich denke das führt an dieser Stelle aber zu weit!)